SINZINGER LINDE - Okt. 2013
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Einige Erläuterungen
Sudelseite
Parergon

Einige Erläuterungen

Auf dieser Unterseite möchte Hauser für einige seiner Werke Betrachtungs- und Interpretationshilfen geben. Es bleibt dennoch genügend Platz für die eigene Fantasie.

"Was soll denn das sein oder darstellen?", "Das kann ja ein jeder...", und ähnliche Bemerkungen und Fragen. Von dieser Denk- und Fragegewohnheit möchte Hauser wegführen helfen oder ein wenig zum Nachdenken anregen.


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Leonardo - Affe u.a.m.



Im Zarathustra heißt es: Was ist der Affe für den Menschen...Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht....Einst wart ihr Affen, und auch jetzt noch ist der Mensch mehr Affe, als irgendein Affe.

Was für Gedankenkonstrukte bei solchem Zufall.

Hermann Hesses Tegularius erinnert an dieser Stelle an den Darwinismus.

Aber schon am nächsten Kalendertag haben die Gedankenspielereien andere Kombinationen. Der Stoffaffe hängt an derselben Stelle diesmal über dem Kalenderblatt v.3. Mai 2019 auf dem ein Kunstwerk von Pablo Picasso abgebildet ist. Frauenbüste.

Der Stoffaffe ist geduldig.

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Ovid

Übersetzung des Ovid-Zitates:

Die Last wird leicht, wenn man sie richtig trägt -

=>
Ovid, Gesammelte Werke, 2013 Anaconda Verlag, Elegie II, S. 358


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Öl federleicht - federschwer...Gal 6,2

Volahika

Die Erklärung für Vokuhila ist im Internet leicht zu finden. Was bedeutet jedoch

Volahika ?

Das ist eine Wortschöpfung der Abkürzung für Vorne-lang-hinten-kahl. Sie stammt von Manfred Hauser und ist rechtlich nicht geschützt.

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Tintinnabuli

Interessanter Link zu einem DLF-Eintrag. ANKLICKEN solange er noch im Internet vorhanden ist. Deutschlandfunk löscht nach einiger Zeit auch die interessantesten Links aus dem IN.

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Arvo Pärt

Georg Trakl - Taufkirche



In derselben Kirche wurde Hausers Ehefrau als junges Mädchen konfirmiert. Als Erwachsene ist sie aus der Kirche ausgetreten, bevor sie ihren späteren Ehemann kennen gelernt hatte. Der wiederum ist auch aus seiner Kirche ausgetreten, bevor er seine spätere Ehefrau in Salzburg bei einem musikalischen Auftritt kennenlernte. Auch das trägt schon vor dem Kennenlernern zu Seelen- und Geistesverwandtschaften bei.

"Wer Wissenschaft und Kunst besitzt hat auch Religion.
Wer jene beiden nicht besitzt, der habe Religion."

Dieses Goethe-Zitat (Xenien) hat Hauser seit Jahrzehnten in allen seiner Ausgaben des Neuen Testaments auf der ersten Seite eingetragen.

Somit mehr Mut bundesweit zum Ethikunterricht ab den Pflichtschulen.





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Konfirmation im 20. Jahrhundert und Trakls Taufkirche.

Rilkes Schwan

Rainer Maria Rilke, Werke in drei Bänden, Insel. Band 1

(Anmerkungen aus Mai 1992)


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Der Schwan

Hugo von Hofmannsthal

....

Manche liegen immer mit schweren Gliedern
Bei den Wurzeln des verworrenen Lebens,
Andern sind die Stühle gerichtet
Bei den Sibyllen, den Königinnen,
Und da sitzen sie wie zu Hause,
Leichten Hauptes und leichter Hände.

.....


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Die Stühle sind gerichtet H. v. Hofmannsthal - Reminiszenz

Affen bei Jörg Immendorff







Oder in der Vorrede zu F. Nietzsches Zarathustra:

Was ist der Affe für den Menschen....Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht, und vieles ist in euch noch Wurm. Einst wart ihr Affen, und auch jetzt noch ist der Mensch mehr Affe, als irgendein Affe."

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Schneetraum



Der Übertitel "Schneetraum" bezieht sich auf Thomas Manns Schnee-Kapitel im Zauberberg. Wir verlassen uns nicht immer gleich auf die Einträge in Wikipedia. Wer von irgendeinem Fach viel versteht, hat bemerkt, dass Wiki nicht immer das beste Nachschlagewerk im Netz ist. Deshalb hier gleichmal ein anderer Link zum Thema Zauberberg u. Schnee-Kapitel
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Zum Untertitel "...auf rau(h)em Stein" wird dieser Link empfohlen ANKLICKEN

Bei dieser Skulpturenabbildung werden also zwei große Ideenstränge miteinander in Verbindung gebracht. Hans Castorps Schneetraum und die Arbeit am rauen Stein.

(Übrigens bedarf es heutzutage keines Männerbundes, um am "rauen Stein" zu arbeiten. Ein Ethikunterricht in den Pflichtschulen wäre schon die nötige Basis. )


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... auf rau(h)em Stein. Januar 2016

A.E.I.O.U.

Das begehbare Kunstwerk (Kunstbox) von Anselm Kiefer trägt den Titel A.E.I.O.U.
Eine Strophe des Gedichts v. Ingeborg Bachmann steht geschrieben an der linken Wand:

Wach im Zigeunerlager und wach im Wüstenzelt,
es rinnt uns der Sand aus den Haaren,
dein und mein Alter und das Alter der Welt
mißt man nicht mit den Jahren.


Das gesamte Gedicht und Interpretationen dazu sind im Internet zu finden.

In der Spiegelung ist die Fassade des Salzburger Festspielhauses und der aus Kupferblech getriebenen Plastik des Wilden Mannes zu erkennen (Fischmarktbrunnen).
Anselm Kiefer gehört zu der Vielzahl an Künstlern, deren Werke Hauser bewundert.

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Magisches Quadrat

(Befindet sich in Bearbeitung)

Hauser hat das magische Quadrat vor Jahrzehnten auf einem berühmten Kupferstich von Albrecht Dürer für sich entdeckt "Melancholia I". Seitdem hat ihn diese Thematik sosehr fasziniert, dass er sich u.a. mithilfe eines Standardwerkes breitgefächert damit beschäftigte. Dieses Werk hat Hauser auch im Interview erwähnt: "Saturn und Melancholie", von Klibansky, Panofsky und Saxl.

(Diese Erläuterung wird in Kürze noch weiter ausgeführt)


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Vorderseite des Torsos

Paradoxon des Epimenides

Die Entstehungsgeschichte betrifft eine Stelle im Neuen Testament: Tit 1,12 "Hat doch ein Prophet aus ihrer eigenen Mitte gesagt, Kreter sind immer verlogene Leute, bösartige Tiere, faule Bäuche."
Bertrand Russel hat es in eine populäre Version gebracht "....Alle Kreter sind Lügner." Ansonsten wird es Epimenides zugeschrieben. Deshalb ist die Bildbezeichnung "Ohne Krücken/Alle Kreter lügen" nicht wahr. Beim genauen Hinsehen bemerkt man auch, dass sich diese Kreatur auf Krücken stützt - egal, was dies zur Bildaussage beitragen soll. Die bleibt dem Betrachter freigestellt.

Wie stehts denn mit "Keine Regel ohne Ausnahme" ? (Diese Einlage gehörte eigentlich auf die Sudelseite)

Auch "Keine Regel ohne Ausnahme" ist eine Regel. Um aber dieser Regel nachzukommen, gäbe es zumindest EINE Ausnahme. Damit kann man Leute, die schon längere Zeit "scheintot im Denken" sind, in den vorübergehenden Wahnsinn treiben. Sprechen Sie also diese Leute nicht auf diesen Widerspruch an.

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Kohle, digital koloriert (Mai 13) Ohne Krücken/Alle Kreter lügen.

Der Modulor

Der Modulor ist ein von Le Corbusier ausgearbeites Proportionsschema. Hausers Interesse für Architektur hat ihn schon sehr früh zu der Abhandlung Der Modulor geführt. Darin sind verschiedene Themen zu finden, wie Malerei, Mathematik, Physik. Le Corbusier nennt seinen Modulor auch Tonleiter der Proportionen. Hier ein Zitat daraus, das sich auch auf die Musik bezieht:

....Auf den Zeichentischen sah ich zuweilen schlecht gestaltete, ungefähre Dinge. "Das ist mit dem 'Modulor' gemacht, Monsieur." - "Nun, dann ist es umso schlimmer für den 'Modulor'! Radieren Sie es aus. Bilden Sie sich ein, dass der 'Modulor' ein Universalmittel für die Ungeschickten und Unaufmerksamen ist? Wenn der 'Modulor' Sie zu Greueln verführt, so lassen Sie den 'Modulor' fallen! Ihre Augen sind Ihre Richter,.......dass Sie mir....beipflichten, dass der 'Modulor' ein Arbeitswerkzeug ist, ein genaues Werkzeug; sagen wir, er sei eine Klaviatur, ein Piano, ein gestimmtes Piano....; es bleibt Ihnen überlassen, gut darauf zu spielen....Der 'Modulor' schenkt kein Talent und noch weniger Genie. Er macht die Schwerfälligen nicht schlau; usw...
S. 132 f./ Der Modulor; DVA, 10. Auflage

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Der Modulor (nach Le Corbusier)

Zwei deformierte Räder aneinandergelehnt

Die Plastik ist aus weißer Knetmasse gefertigt und an einer Seite mit einer Metallspange versehen, die nicht zur Statik beiträgt. Um Fehlinterpretationen speziell in Bayern entgegenzuwirken, weist Hauser darauf hin, dass es sich dabei nicht um zwei lachende Laugenbrezeln handelt. Es sind zwei deformierte Speichenräder, die nurmehr aneinandergelehnt irgendeinen Zweck erfüllen. Interpretationen bleiben den Betrachtern freigestellt.


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Waltzing Matilda

Waltzing Matilda ist ein bekanntes australisches Volkslied, auf die sich z.B. die Songs von Tom Waits und Rod Stewart beziehen. Mit "waltzing" ist eher "auf die Walz gehen" gemeint. Matilda haben die Tramps und Wanderarbeiter ihr Rückengepäck benannt. In ihm wurden alle lebenswichtigen Dinge mitgeschleppt. Was es für eine spezielle Bewandtnis mit dem Inhalt des Songs hat, kann leicht im Internet nachgelesen werden.

Waltzing Matilda war auch eine Zeit lang die Nationalhymne von Australien.

Hier noch ein paar digitale Bearbeitungen der Originalzeichnung:




Zum Vergrößern anklicken




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Retroszendent

In Lichtenbergs Sudelbücher steht geschrieben: "Man kann nicht allein Dinge aus der Körper-Welt transzendent machen, sondern auch Dinge aus der Geister-Welt retroszendent auf die Körper-Welt zurück."
Sehr zum Weiterlesen empfohlen: insel taschenbuch 1984, Seite 294 f.

Wer sich noch mehr damit beschäftigen möchte, hier KLICKEN

Ansonsten geht es hier zurück zur Gouache-Seite

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Ockham im 21. Jahrhundert

Wilhelm von Ockham war ein sog. Scholastiker, mit dem sich Hauser beschäftigt hatte. Fast nebenbei kommt man dann auch zu Ockhams Rasiermesser oder zum Sparsamkeitsprinzip (Parsimonie), was vereinfacht Folgendes bedeutet: "Verwende nie mehr Erklärungen als notwendig sind."

Was hat aber dies alles mit einem Rasiermesser zu tun? Die Rasiermesser zu Ockhams Zeiten hatten übrigens eine halbrunde Form, wie in der Zeichnung unten. Die unnötigen Erklärungen sind die blauen Punkte. Am Klingenrand bleiben nur mehr die roten Punkte übrig. Alle anderen werden "abrasiert". Heute können wir, im Unterschied zu Ockhams damaligen Intensionen, diese Verbildlichung auch für den trivialen Alltag verwenden.

Hauser hat in die Holzplatte mit einem Beitel Vertiefungen eingearbeitet, in denen passgenau die verwendeten Gegenstände eingelegt wurden. Uhrgehäuse, Rosenkranz und aufgeklapptes Taschenmesser (statt Rasiermesser).

Auch hier wurden nicht mehr Erklärungen verwendet, als Hauser für notwendig gehalten hat.


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Nur Autodidakten meinen, beweisen zu müssen, dass auch sie gegenständlich oder naturalistisch zeichnen und malen könnten.

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Bileams Esel redet (Num 22-24)



Hauser hat die Bildmitte, in der sich der Kopf von Bileams Esel befindet, mit einer Mandorla gestaltet. Auch hier hat jeder Strich, jede Platzierung und Farbauswahl seine Bedeutung. Jedes Bild von Hauser unterliegt einer bestimmten Komposition und ist nicht einfach so dahingepinselt. Ob die Kompositionen gut gelungen sind, bleibt der Beurteilung und Einschätzung einzelner Experten vorbehalten.
Bei diesem Gemälde ist beispielsweise beim näheren Betrachten zu bemerken, dass die Mandorla im unteren Teil zweigeteilt ist. Sie hat somit zwei Spitzen nebeneinander. Im rechten Teil ist ein Fischkopf zu erkennen. Der Fisch ist auch noch in unseren Zeiten ein christliches Erkennungszeichen.
Fische in Werken von berühmten Malern können jedoch verschiedene Bedeutungen haben (z.B. bei Paul Klee, Max Beckmann, Marc Chagall, Max Ernst,...).

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Ein Esel redet (Num 22-24) Bileams Esel (2013)

Drinnen vor der Tür

Der Bildtitel bezieht sich auf Wolfgang Borcherts Drama "Draußen vor der Tür". Da die wenigen seiner eigenen Bilder, die Hauser an den Wänden aufgehängt hat, wohlüberlegt platziert sind, hat er sich den Spaß erlaubt, eine Kopie von seinem "Drinnen vor der Tür" gleich im Vorzimmer aufzuhängen. Solche Privatwitze genießt Hauser mit seiner Lebenspartnerin. Einsteins berühmtes Zitat hat er am Stiegenaufgang zum Unterrichtsraum aufgehängt: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Da Hauser auch Erwachsene unterrichtete, waren Schüler/innen aus verschiedenen Berufen bei ihm: Ingenieure, Lehrer/innen, promovierte Chemiker, Erzieher/innen, Krankenschwestern, Ärzte, Studenten verschiedener Studienrichtungen, Physiotherapeuten, Instrumentalisten, Chorsänger/innen, Leute aus handwerklichen Berufen, selbstständige Unternehmer/innen... Bei ungefähr 170 Schüler/innen im Einzelunterricht kommt in all den Jahren schon ein wenig Beachtenswertes zusammen. Humorvolle Menschen in Hausers Freundes- u. Bekanntenkreis meinen, dass ein Teil dieser Schüler/innen an seinem jetzigen Gesundheitszustand nicht unbeteiligt gewesen sein könnten. Der Konjunktiv in seiner witzigesten Form war dabei nicht zu überhören.


Nun ernsthaft zurück zu dem Bildtitel. Alfred Andersch (Gründungsmitglied der Gruppe 47) schrieb über Borcherts Stück in den Frankfurter Heften (1948): "...Lauter Leute ohne Ausweg. Lauter Woyzecks...Bei Borchert wird nicht angeklagt - dieser Dichter weiß, dass niemand anzuklagen ist....Borcherts Welt ist eine einzige Frage...."


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August 2012 Drinnen vor der Tür

Der Friede beginnt im eigenen Haus

Karl Jaspers meinte damit den innerpolitischen Frieden der einzelnen Staaten in Bezug auf den Weltfrieden. Hauser meint damit die Familie und überhaupt das gesamte soziale Umfeld. Wie soll es denn im großen Zusammenhang stimmen, wenn es in den kleinsten Einheiten Unfrieden gibt?

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Der Friede beginnt im eigenen Haus

"Den Dank Dame......"




Vielleicht war es gar kein Handschuh, sondern ein Fausthandschuh, auch Fäustling genannt?


Nur für diejenigen, die meinen, die Plastik würde irgendwie nach einem Fäustling aussehen. Wir Menschen wollen uns ja meistens etwas Figürliches vorstellen und suchen auch danach. Pareidolie, nennt dies die Fachwelt.

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Firma Hagenbeck

Beim Suchen im Internet nach der Firma Hagenbeck werden Sie auf Anhieb nicht in die richtige Interpretationsrichtung geführt. Da aber Hauser möchte, dass seine Werke einigermaßen aufschlussreich sind, gibt er hier einen Tipp: Sehen Sie eher unter Franz Kafkas "Ein Bericht für eine Akademie" nach. Viel Spaß dabei!

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Zu Gast bei Firma Hagenbeck

Augen offen halten...

Wenn Hauser seine privaten Studien betreibt, hat er immer ein Behältnis mit Schreib- und Markierutensilien dabei. In einer kleinen Pause bemerkte er das Farbenspiel der durchsichtigen Lineale auf der Tischplatte. So entstanden diese Fotografien.

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Zirkelwinkeleisen ohne Schurz

Da das Original die Maße 40 x 40 cm hat, sind hier einige Details auf dieser Verkleinerung nicht leicht auszumachen. Das Winkeleisen und der Zirkel sind noch eher zu erkennen als die Fragezeichen-Gesichter. Der im Bildtitel erwähnte fehlende Schurz erinnert an die Symbole der Freimaurerei: Zirkel, Winkelmaß und Schurz. Für die Aussage des Bildes ist von Bedeutung, dass der Schurz im Ölgemälde fehlt. Das Winkelmaß wurde nicht genau im rechten Winkel (90°) dargestellt, was für Hauser kein Problem gewesen wäre - obendrein noch deformiert und transparent.
Aus vielen Gründen lohnt sich heute die Beschäftigung mit der Freimaurerei, jedoch fernab jedweder Verschwörungstheorie. Die überlassen wir gerne der bildungsfernen Bevölkerungsschicht, der wir auch diese Art von Freuden nicht nehmen wollen.

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Öl auf Leinen (Dez. 2013) Zirkelwinkeleisen ohne Schurz

Brooklyn Bridge

Mit welchen Mühen dieser Brückenbau von Anfang an verbunden war, ist im Internet nachzulesen. Hauser hat die Brücke ohne Wasser dargestellt, sodass die beiden Türme an Bedeutung zunehmen. Beim Bau der notwendigen Senkkästen haben sich mehrere Arbeiter die Taucherkrankheit zugezogen. Auch Washington Roebling litt letztendlich an dieser Dekompressionskrankheit. Er konnte daher die letzten neun Jahre nicht mehr persönlich die Bautätigkeiten beaufsichtigen. Deshalb übernahm die Frau von Roebling bis zur Vollendung des imposanten Bauwerks die Bauleitung. Bei der ersten Fahrt über die fertiggestellte Brücke nahm Emily Roebling auf ihrem Schoß symbolisch einen Hahn mit. Hauser hat den Kopf eines Hahnes am Fundament des rechten Brückenturms dargestellt. Um diese Andeutung besser zu erkennen, ist es am Besten, das Gemälde um 180° zu drehen.

Hauser fielen die letzten Worte Sokrates' in Platons Phaidon ein: "...wir schulden dem Asklepios noch einen Hahn...". Ob da ein sinnvoller Zusammenhang besteht, lässt sich überdenken. Die Assoziationskette sollte trotzdem erwähnt werden.


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Brooklyn-Bridge (Acryl auf Leinwand, 2012) Eine von Hausers Lieblingsbrücken

Samuel Langhorne Clemens

„Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.“ Mark Twain

"
Jeder gleicht einem Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zu zeigen imstande ist" (eine kleine Abänderung v. Hauser)

Wir können nicht exakt nachempfinden, wie der andere fühlt, denkt und empfindet oder warum er gerade so und nicht anders handelt. Auch dann nicht, wenn er es durchaus anstrebt, dass wir ihn bis in sein Innerstes verstehen. Wir können uns nur fortwährend bemühen, uns anderen so gut wie möglich zu nähern. Letztendlich nimmt jeder Mensch eine eigentümliche Art von Geheimnis mit.

Dazu Thomas Nagels Fledermaus-Aufsatz: "What is it like to be a bat?"

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Das fehlende Ohr




Menschliches, Allzumenschliches / Bd.2, Nr. 386

Das fehlende Ohr. — "Man gehört noch zum Pöbel, solange man immer auf andere die Schuld schiebt; man ist auf der Bahn der Weisheit, wenn man immer nur sich selber verantwortlich macht; aber der Weise findet niemanden schuldig, weder sich noch andere".* — Wer sagt dies? — Epiktet, vor achtzehnhundert Jahren. — Man hat es gehört, aber vergessen. — Nein, man hat es nicht gehört und nicht vergessen: nicht jedes Ding vergisst sich. Aber man hatte das Ohr nicht dafür, das Ohr Epiktets. — So hat er es also sich selber ins Ohr gesagt? — So ist es: Weisheit ist das Gezischel des Einsamen mit sich auf vollem Markte.

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* In Hausers Ausgabe (u. Übersetzung) lautet die Stelle etwas anders: "Der Ungebildete macht andern Vorwürfe, wenn es ihm übel ergeht. Der philosophische Anfänger macht sich selber Vorwürfe. Der wahrhaft Gebildete tut weder das eine noch das andere." => Epiktet. Handbüchlein der Moral und Unterredungen, Kröner, S.24.
Nietzsche als Altphilologe wird aber die Stelle direkt aus dem Altgriechischen übersetzt haben (s.o.). Bei der aktuellen Übersetzung hat man sich zu einer euphemistischeren entschieden, die sicher als die politisch korrektere gilt.

Nietzsche war von Dostojewskis "Aufzeichnung aus dem Kellerloch" vollauf begeistert. Im inneren Monolog lässt D. den Protagonisten Folgendes sagen: "...es ergibt sich doch stets als Resultat, dass in erster Linie immer ich selbst an allem schuld bin, und zwar, was das Schmerzlichste ist, unschuldigerweise daran schuld bin, sozusagen nach den Naturgesetzen..."(Übers.: Hermann Röhl).


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Menschliches, Allzumenschliches, Band 2 / Nr. 386 "...- Wer sagt dies? -..."

Die Helmut-Lachenmann-Rolltreppe

Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags gab der Komponist und Kompositionslehrer Helmut Lachenmann mehrere Interviews. In einem erzählte er eine für Hauser amüsante Geschichte, die hier in aller Kürze sinngemäß wiedergegeben wird.
Einer seiner Kompositionsschüler gehörte nicht gerade zu den fleißigsten. Deshalb setzte ihm Lachenmann eine Frist, in der der Schüler ihm endlich wenigstens ein Kompositionskonzept vorlegen sollte. Bisher hatte Lachenmann noch keine einzige Note von ihm gesehen. Nach einigen Wochen kam der Schüler zu ihm mit einem Kompositionsentwurf. Die Idee kam ihm in einer deutschen Großstadt, als er die Geräusche einer Rolltreppe wahrnahm.
Hauser achtet seitdem aufmerksam bei jeder Rolltreppe, welches Geräusch zu hören ist.

Ähnliches erzählte der Bandleader von den Bee Gees. Während einer gemeinsamen Autofahrt hörten sie auf einer etwas unebenen Straße ein rhythmisches Geräusch, das von den Reifen her stammte. Dieser Rhythmus wurde sofort bei einem neuen Song verwendet.


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17. Dezember 1865

Schuberts Physiognomie in Hausers Kohlezeichnung erinnert etwas an Beethoven. Mit voller Absicht wurde keine Verbesserung oder Korrektur vorgenommen. Gezeichnet während des Anhörens verschiedener Einspielungen dieser Sinfonie (Solti, Abbado, Karajan, Furtwängler, Böhm, Klemperer,...Aus mehrerlei Hinsicht lohnen sich diese Vergleiche).

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Mit etwas verfremdenden Gesichtszügen

Die Gurke bei Erwin Wurm




Erwin Wurm soll auch für seinen Humor bekannt sein. Ob er für die Platzierung seines Kunstwerkes verantwortlich ist, bleibt für Hauser zurzeit noch unbeantwortet...

Vom Sprachgebrauch der Wiener im Alltag ist Hauser noch immer einiges in Erinnerung geblieben, obwohl er schon seit Jahrzehnten im Ausland lebt:

"Der kann de Gurgn von mir habn."
"Gib eam de Gurgn!"
"Der hod eam durch de Gurgn g'schoss'n" (beim Fußballspiel)

Da war aber niemals dabei: "Da Schiller kann de Gurgn von mir habn". Damals gab es aber auch noch nicht "Fack ju Göhte".

Deshalb zur Erinnerung. Wieder einmal zwischendurch den Schiller zur Hand nehmen...


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Skurriler Blickwinkel oder worauf es ankommt.

Hut auf der Stange

Der Hut ist ein kleiner Teil von Immendorffs Plastik "Affentor I", die im Freien eines Einkaufszentrums zu sehen ist. Leider widmen nur sehr wenige Menschen diesem Kunstwerk ihre Aufmerksamkeit.


Die Betrachter der Kunstwerke sind ohnehin dazu angehalten, für sich selber das Werk weiter zu denken. Ob nun Immendorff bei der Gestaltung von "Affentor I" auch an Schillers Wilhelm Tell dachte, war nicht zu eruieren. Joseph Beuys, der stets einen Filzhut trug, war Immendorffs Lehrer an der Düsseldorfer Akademie.

Fast am Anfang dieser Unterseite ist noch ein Absatz zur Immendorff-Skulptur zu sehen. Hinauf scrollen.

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"Ei Vater, sieh den Hut dort auf der Stange." Wilhelm Tell, III/3

Rachmaninoff .....

Was geschieht, wenn im Hintergrund z.B. das 2. u. 3. Klavierkonzert von Rachmaninoff zu hören ist? Ab welchem Zeitpunkt malt es sich unbewusst? Und was ist dabei das Endprodukt?

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Vollendetes Werk

Manfred Wakolbinger schreibt in einem Flyer über sein Werk CONNECTION "...und erst der Betrachter vollendet das Werk..." 1). Das hat Manfred Hauser versucht. Der Versuch ist somit aber nicht beendet. In einigen Tagen könnte der Versuch schon wieder anders aussehen.

1) Erinnert Hauser ein wenig an Rilkes Strophe:

Nichts war noch vollendet, eh ich es erschaut,
ein jedes Werden stand still.
Meine Blicke sind reif, und wie eine Braut
kommt jedem das Ding, das er will.



Wakolbingers Connection in der Gesamtabbildung finden Sie hier (u.a.m.)
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Albert Camus

Der Mythos des Sisyphos.

(Bearb.: Oktober 2016)

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Der Mythos des Sisyphos

Dreifuß





Kommt im 1. Akt von Goethes Faust II vor (Finstere Galerie). Die eingehende Beschäftigung mit diesem Thema ist mehr als lohnenswert, erfordert aber viel Ausdauer und analytische Fähigkeit.

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Dirigent bei einem Klavierkonzert

Dieser Text soll jenen helfen, die sich im allgemeinen etwas schwer tun, mit Kunstwerken umzugehen.

Zunächst ist zu unterscheiden, ob etwas Gegenständliches zu erkennen ist oder nicht. Bei nichtgegenständlichen Werken ist anfangs der Zugang nicht so einfach. In der vorgegebenen Kohlezeichnung ist also einiges zu erkennen. Das wollen wir hier festhalten:

Da die Zeichnung einen Titel hat, ist eine kleine Hilfe (zur Beschreibung, nicht zur Interpretation!) gegeben.
Wir sehen offenbar den Dirigenten und den aufgeklappten Deckel eines Flügels. Der Pianist ist im Bild nicht zu sehen. Hinter dem Dirigenten sind an zwei Rängen Leute aus dem Publikum zu erkennen. Wir sehen eine dicke Linie von links unten nach rechts oben.
So wird jedes Kunstwerk von vorneherein betrachtet. Egal, ob gegenständlich oder "abstrakt": Was ist zu sehen?

Erst dann geht man an die Aussage heran. Von der Ikonographie kommen wir zur Ikonologie eines Kunstwerkes. Fremdwörter sollen vor allem dazu dienen, sich längere Ausführungen und Unterscheidungen zu ersparen.

Wenn in der Bildbeschreibung ein Dirigent vorkommt, dann fehlt doch der Dirigentenstab, den fast jeder Dirigent verwendet. Kann die dicke diagonale Linie ein überlanger Dirigentenstab sein? Wenn dem so ist, warum wurde er mit einer Überlänge dargestellt? Warum in dieser Richtung? Oder soll diese dicke Linie das Bild in zwei Teile teilen. Egal, ob die Linie als solche oder als überlanger Dirigentenstab gemeint wäre. Welche Bedeutung hat es, dass der Pianist nicht zu sehen ist?
Da wäre noch die Parallele zwischen Linie (Dirigentenstab) und einer Kante des Flügeldeckels zu erwähnen.

Fragen über Fragen, die bei der Betrachtung eines Kunstwerkes gestellt werden, um es besser verstehen zu können. "Verstehen" ist Heranbildung des Zuschauers auf den Standpunkt des Künstlers, heißt es in Kandinskys Über das Geistige in der Kunst. Die Gefahr dabei ist, dass zuviel hineininterpretiert wird. Andererseits kann auch vom Künstler Unbewusstes im Kunstwerk vorhanden sein. Da müsste man wiederum einiges über den Künstler wissen.

Die Farbgestaltung käme noch hinzu, die in dieser Zeichnung fehlt. Die Frage sei erlaubt: Warum wurde das Bild nicht in Farbe gestaltet? Und führt weiter zu der Frage: Warum wurde gerade diese Mal- oder Zeichentechnik gewählt?

Man spricht sehr oft von der Komposition eines Gemäldes. Da könnte man sich sogar den Goldenen Schnitt zu Rate ziehen. Denn, wie würde sich diese Zeichnung für den Betrachter verändern, wenn der Dirigent mehr auf der rechten Seite zu sehen wäre (u.v.a.m.)?

Mit solcher und ähnlicher Herangehensweise hätte man viel mehr von der Betrachtung der Kunstwerke. Was die Aussage nur dieser einen Zeichnung betrifft, stünden wir mit diesen paar Zeilen erst am Anfang.

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Dirigent bei einem Klavierkonzert

Amor fati

Die fröhliche Wissenschaft. ...passt in jede Tasche, aber nicht in jeden Kopf. Die Wissenschaft kommt fröhlich zu mir. F.N.

(
Die Markierungen stammen vom Januar 2015)


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